Kosten · Oktober 2026 · Lesezeit 12 Minuten

Social Recruiting im Handwerk: Was es kostet, was es bringt und woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Fast jede Agentur nennt für Social Recruiting im Handwerk dieselbe Zahl: 15 bis 50 Euro pro Bewerbung. Die Ewerle GmbH, selbst eine Recruiting-Agentur für Handwerksbetriebe, schreibt dazu in ihrem Kostenratgeber, die Spannen stammten „praktisch ausnahmslos von Social-Recruiting-Agenturen selbst“ und würden von Anbieter zu Anbieter weiterzitiert, „bis sie wie Marktforschung aussehen“. Wenn eine Branche ihre eigenen Zahlen so beschreibt, lohnt der zweite Blick. Hier steht, was Social Recruiting im Handwerk kostet, welche Zahlen belegt sind und welche nur Versprechen, was Sie selbst machen können und woran Sie einen Anbieter erkennen, dem Sie lieber nicht unterschreiben.

Kurz beantwortet

Was kostet Social Recruiting im Handwerk?

Mit Agentur meist 1.500 bis 3.000 Euro im Monat inklusive Werbebudget, dazu 1.000 bis 3.000 Euro einmalig für Aufbau und Medienproduktion. Das sind Marktspannen, die mehrere Agenturen auf ihren Ratgeberseiten nennen, keine Messwerte einer unabhängigen Erhebung. Einzelne Anbieter bieten Festpreis-Kampagnen auf Meta ab rund 700 bis 960 Euro je Stelle und 30 Tage. Das Werbebudget geht direkt an Meta oder TikTok und gehört getrennt ausgewiesen.

Was kostet eine Bewerbung über Facebook und Instagram?

Anbieter nennen Spannen von 15 bis 120 Euro, je nach Quelle und Gewerk. Diese Zahlen stammen fast ausschließlich von den Agenturen selbst. Wichtiger als der Preis pro Bewerbung ist der Preis pro Einstellung: Eine Kampagne mit teureren, aber vollständigeren Bewerbungen kann am Ende die günstigere sein.

Wie hoch muss das Werbebudget bei Meta und TikTok sein?

Bei Meta kosten tausend Einblendungen in Deutschland nach Superads-Benchmarks 2025 rund 4,50 bis 11 Euro, ein Budget von 1.000 Euro erzeugt damit grob 90.000 bis 220.000 Einblendungen im Umkreis. TikTok verlangt laut Ads-Manager-Hilfe mindestens 20 US-Dollar Tagesbudget je Anzeigengruppe, bei einem Monat Laufzeit also rund 620 US-Dollar. Agenturen nennen 500 bis 1.500 Euro im Monat je Stelle als Richtwert.

Kann ich Social Recruiting selbst machen?

Ja, wenn jemand im Betrieb Zeit und Lust hat, Anzeigen zu steuern. Eine Agentur nennt für den Eigenaufbau 400 bis 1.200 Euro im Monat für Werbebudget und Werkzeuge nach der Lernphase. Die Stellschrauben, die nichts kosten, liegen im Betrieb: eine Bewerbung in unter zwei Minuten am Handy, schnelle Rückmeldung und echte Mitarbeiter statt Stockfotos.

Woran erkenne ich unseriöse Anbieter?

An garantierten Bewerberzahlen, Verträgen über sechs Monate und mehr im ersten Auftrag, Werbekonten, auf die Sie keinen Zugriff haben, und Gesamtpreisen ohne ausgewiesenes Werbebudget. Seriöse Anbieter nennen Benchmarks statt Garantien, arbeiten in Ihrem Meta Business Manager und schließen einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab.

Warum die Frage gerade im Handwerk drängt

Die Bundesagentur für Arbeit meldete nach Angaben der Ewerle GmbH für das Handwerk eine durchschnittliche Vakanzzeit von 224 Tagen im Jahr 2024, nach 104 Tagen im Jahr 2015 (Presseinfo Nr. 37 vom 10.09.2025). Über alle Berufe lag der Wert bei 160 Tagen. Eine offene Monteurstelle bleibt also im Schnitt gut sieben Monate leer. Die Analyse der StepStone Group, die Ewerle und andere Ratgeber zitieren, beziffert die messbaren Kosten einer unbesetzten Stelle im Handwerk auf rund 32.600 Euro, über alle Branchen auf 29.000 Euro.

Gleichzeitig hat sich die Lage ein Stück entspannt, und das gehört zur ehrlichen Rechnung. Nach dem KOFA-Jahresrückblick 2025 des Instituts der deutschen Wirtschaft konnten 2025 im Schnitt gut 369.500 offene Stellen für Qualifizierte rechnerisch nicht besetzt werden, jede dritte (33,3 Prozent). Die Fachkräftelücke ist damit gegenüber 2024 um fast ein Viertel gesunken. Erstmals seit der Corona-Pandemie gab es mehr qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen. Dass bei Ihnen trotzdem niemand anruft, liegt dann oft an der Passung: Die Arbeitslosen haben nicht die Qualifikation, die Sie suchen. Beim Nachwuchs sieht es ähnlich gemischt aus. Laut ZDH-Kennzahlen 2025 wurden im Handwerk 132.576 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen (plus 1,0 Prozent), im selben Jahr aber 54.814 Verträge vorzeitig gelöst.

Was Social Recruiting im Handwerk kostet

Eine einheitliche Preisliste gibt es nicht. Die Rechnung besteht aus drei Posten, und wer nur einen vergleicht, vergleicht falsch. Die Spannen unten stammen aus den Kostenratgebern von Ewerle und FachPower, beide selbst Agenturen, und stimmen in der Größenordnung überein.

Ewerle rechnet für einen Handwerksbetrieb mit einer bis zwei gewerblichen Stellen mit 1.500 bis 3.000 Euro im Monat inklusive Werbebudget, bei drei Monaten Laufzeit also 6.000 bis 12.000 Euro für ein bis zwei Besetzungen. Daneben gibt es Festpreis-Modelle je Kampagne: Die Agentur socialtalenthive nennt auf ihrer Website „ab 960 €“ für eine Meta-Kampagne mit 30 Tagen Laufzeit, Mediabudget inklusive, ab fünf Kampagnen 740 Euro je Kampagne. TalentBait nennt „ab 700 €“ pro Kampagne. Ob 960 Euro inklusive Werbebudget für eine Fachkräftesuche im ländlichen Raum reichen, hängt von Gewerk und Region ab. Zwischen 960 und 3.000 Euro liegt mehr als der Faktor drei, und ein Angebot sollte erklären können, wofür.

Zum Maßstab: Die Stellenanzeige bei StepStone kostet nach den Listenpreisen, die Ewerle zusammenstellt, zwischen 219 Euro (Campus) und 2.499 Euro (Pro Ultimate, 60 Tage). Eine klassische Personalvermittlung nimmt laut BDU-Honorarstudie 2024 im Schnitt 27,5 Prozent des Jahresgehalts. Bei 45.000 Euro Jahresgehalt wären das rund 12.400 Euro. Was Jobbörsen im Einzelnen kosten, steht in Was kostet eine Stellenanzeige 2026?

Das Werbebudget: Was bei Meta und TikTok gekauft wird

Bei Facebook und Instagram kosten tausend Einblendungen in Deutschland nach den Superads-Benchmarks 2025 etwa 4,50 bis 11 Euro, je nach Zielgruppe und Jahreszeit. Gerechnet: 1.000 Euro Werbebudget ergeben bei diesen Preisen ungefähr 90.000 bis 220.000 Einblendungen. Das ist eine reine Reichweitenzahl. Wie viele Menschen darauf klicken und sich bewerben, entscheidet die Anzeige, nicht der Preis.

Bei TikTok gibt es harte Untergrenzen. Laut Ads-Manager-Hilfe von TikTok liegt das Mindestbudget je Anzeigengruppe bei 20 US-Dollar am Tag, wer einen Monat mit 31 Tagen laufen lässt, kommt auf mindestens 620 US-Dollar. Für die Kampagne insgesamt nennen Ratgeber, die sich auf TikTok beziehen, 50 US-Dollar am Tag. Dafür zeigt TikTok Ihre Videos auch Leuten, die Ihrem Betrieb noch nie gefolgt sind. Ob das für Ihr Gewerk passt, klären wir in TikTok für B2B: Warum Logistik, Industrie und Handwerk Reichweite verschenken.

Als Richtwert nennt FachPower 750 bis 1.500 Euro Werbebudget im Monat und Stelle. Wer mit weniger als 800 Euro im Monat starte, verbrenne das Budget meist ohne Ergebnis, schreibt die Agentur. Eine Erfahrungsangabe, keine Messung, aber sie passt zu den Beträgen der anderen.

Kosten pro Bewerbung: die Zahl, der Sie am wenigsten trauen sollten

Die Spannen, die kursieren, sind so breit wie die Quellen verschieden: 15 bis 50 Euro je Bewerbung nennt Ewerle als das, was „mehrere Anbieter“ sagen. Die Agentur Peter Jeszke beziffert die reinen Werbekosten pro Bewerbung im Handwerk auf 10 bis 35 Euro. FachPower nennt 25 bis 120 Euro, TalentBait nennt aus nach eigener Angabe 5.247 Kampagnen im DACH-Raum 35 bis 120 Euro für Handwerk und Produktion und 30 bis 80 Euro für Facebook und Instagram. Je Einstellung kommen die Anbieter auf 800 bis 3.000 Euro. Eine Agentur, die auf Erfolgsbasis abrechnet, nennt dagegen 150 bis 600 Euro je qualifiziertem Lead und 2.000 bis 8.000 Euro je Einstellung.

Alle diese Zahlen sind Anbieterangaben. Für eine unabhängige Erhebung über viele Handwerksbetriebe haben wir keine gefunden. Und selbst wenn man ihnen glaubt, taugt der Preis pro Bewerbung schlecht als Maßstab. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Zwei Kampagnen kosten je 2.000 Euro. Kampagne A bringt 100 Kurzbewerbungen ohne Lebenslauf, also 20 Euro pro Bewerbung, daraus entstehen vier Gespräche und eine Einstellung. Kampagne B bringt nur 20 vollständige Bewerbungen, also 100 Euro pro Bewerbung, daraus entstehen vier Gespräche und zwei Einstellungen. A kostet 2.000 Euro je Einstellung, B nur 1.000 Euro. Auf dem Papier war A fünfmal billiger. Fragen Sie deshalb jeden Anbieter nach den Kosten pro Gespräch und pro Einstellung, und aus wie vielen eigenen Projekten die Zahlen stammen.

Ewerle nennt als eigene Datenbasis 265 abgeschlossene Kundenprojekte mit 6.257 Bewerbungen, das sind rund 24 Bewerbungen je Projekt, und im Schnitt 3,4 qualifizierte Bewerbungsgespräche pro Woche und Betrieb bei laufenden Kampagnen. Auch das sind Agenturzahlen, aber mit nachvollziehbarer Grundgesamtheit. Die sollten Sie von jedem verlangen.

Was Social Recruiting bringt, und was nicht

Das Argument für Social Recruiting ist plausibel: Die meisten Fachkräfte haben einen Job und lesen keine Jobbörsen. socialtalenthive etwa schreibt, nur 12 Prozent suchten aktiv und 70 Prozent wären wechselwillig, sähen aber keine Anzeige. Eine Quelle nennt die Agentur dafür nicht, die Zahl ist also eine Marketingaussage. Die Logik dahinter stimmt trotzdem: Wer nur in der Jobbörse inseriert, konkurriert mit allen anderen um dieselben Suchenden.

Was Social Recruiting nicht ersetzt, ist das Angebot selbst. Ewerle schreibt, der größte Hebel für die Kosten sei die Attraktivität als Arbeitgeber, und der koste nichts: ein Betrieb mit sichtbaren Mitarbeitern, gepflegten Bewertungen und einer klaren Aussage, warum man dort arbeiten sollte, brauche deutlich weniger Werbebudget für dasselbe Ergebnis. Auch das sagt eine Agentur, aber die Logik leuchtet ein: Wer klickt und dann auf eine PDF-Bewerbung mit Upload-Pflicht trifft, ist weg.

Der ehrliche Rahmen sieht so aus: Social Recruiting lohnt sich dort, wo mehrere gleichartige gewerbliche Stellen offen sind und die passenden Leute gerade nicht auf Jobportalen unterwegs sind. Eine einzelne Bürokraft mit vielen aktiv Suchenden in der Region besetzen Sie nach der Einschätzung von Ewerle mit einer gut gemachten Stellenanzeige günstiger.

Was Sie selbst machen können

Eine Agentur, die ihre Preise nach Modellen aufschlüsselt, nennt für den Eigenaufbau 400 bis 1.200 Euro im Monat (Werkzeuge und Werbebudget nach der Lernkurve) und für einen einmaligen Projektauftrag mit Übergabe 3.000 bis 12.000 Euro. Eine laufende Agenturpauschale von 1.500 bis 3.000 Euro lohne sich demnach erst ab etwa vier Besetzungen im Jahr. Wer ein- bis zweimal im Jahr besetzt, fahre mit Aufbau und Anleitung besser. Eine Einschätzung, aber ein Anbieter, der sich damit selbst Aufträge verbaut, hat wenig Grund zu übertreiben.

Was in Ihrer Hand liegt, kostet fast nichts:

Wichtig für den Vergleich: Videos sind nur ein Baustein, sie ersetzen weder die Kampagnensteuerung noch das Werbebudget. Wer Videos laufend braucht, findet Preise für die Social-Media-Betreuung in Was kostet Social-Media-Betreuung pro Monat?

Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Die Plattform social-media-recruiting.info, die nach eigener Angabe nicht von einer Agentur betrieben wird, hat die Warnzeichen zusammengestellt. Die wichtigsten, ergänzt um unsere Einordnung:

So rechnen Sie es für Ihren Betrieb durch

Eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten: Sie suchen zwei Monteure und haben für die Vermittlung 45.000 Euro Jahresgehalt im Blick. Eine Personalvermittlung kostet je Besetzung rund 12.400 Euro, zusammen knapp 24.800 Euro. Eine Agentur mit drei Monaten Laufzeit liegt nach Ewerle bei 6.000 bis 12.000 Euro für ein bis zwei Besetzungen, wenn es gut läuft. Und wenn es nicht läuft, haben Sie bezahlt und keinen Monteur. Das Risiko, das bei der Vermittlung beim Dienstleister liegt, liegt hier bei Ihnen, außer die Garantie ist sauber vereinbart. Ein Monteur, der sieben Monate fehlt, kostet nach der StepStone-Zahl bis zu 32.600 Euro. Ob die Kampagne sich lohnt, entscheidet damit weniger ihr Preis als die Zahl der Wochen, um die sie die Besetzung verkürzt.

Drei Fragen vor jeder Unterschrift: Was kostet mich eine Einstellung, nicht eine Bewerbung? Wem gehören Konto, Pixel und Videos am Ende? Und was passiert, wenn es nicht klappt?

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos pro Monat, darunter Porträts Ihrer Mitarbeiter, mit Untertiteln und in allen Formatvarianten. Schnitt und Technik sind dabei. Die Schaltung der Anzeigen und das Werbebudget sind nicht enthalten.

499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

Unverbindlich kennenlernen →

Quellen: Ewerle GmbH, "Social Recruiting Kosten 2026: Agenturpreise im Handwerk", 08.09.2026 (ewerle-gmbh.de; darin zitiert: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Nr. 37 vom 10.09.2025 zur Vakanzzeit im Handwerk; BDU-Honorarstudie Personalberatung 2024; StepStone-Listenpreise 2026; StepStone Group zu Kosten unbesetzter Stellen; Superads, Facebook Ads CPM Benchmarks Germany 2025); FachPower, "Social Recruiting Kosten: Was du wirklich zahlst", 17.08.2026 (fachpower.de); social-media-recruiting.info, "Social Recruiting Agentur: seriöse erkennen" (Kostenmodelle, Warnzeichen); socialtalenthive.de (Preisseite Meta-Kampagnen); TalentBait, "Social Recruiting Kosten 2026" (talentbait.de; Auswertung von 5.247 Kampagnen, Anbieterangabe); Peter Jeszke, "Mitarbeiter finden im Handwerk", 19.08.2026 (peterjeszke.de); TikTok Ads Manager Hilfe, "Über Budgets" (ads.tiktok.com); KOFA, "Jahresrückblick 2025", KOFA Kompakt 03/2026 (kofa.de); Zentralverband des Deutschen Handwerks, "Kennzahlen des Handwerks 2025", Stand Juni 2026 (zdh.de). Zahlen von Agenturen sind Anbieterangaben. Rechenbeispiele sind eigene Beispielrechnungen mit angenommenen Werten.