Neukunden · Oktober 2026 · Lesezeit 8 Minuten

MyHammer, Check24 Profis, Blauarbeit: Was ein Auftrag über das Portal wirklich kostet

„Eine Garantie für den Erhalt des Auftrages können wir jedoch nicht übernehmen.“ Der Satz steht in der Hilfe von MyHammer, und er ist ehrlich. Das Portal verkauft Ihnen keinen Auftrag, sondern den Kontakt zu jemandem, der einen Auftrag vergeben will. Ob daraus Umsatz wird, entscheiden Ihr Angebot, Ihr Preis und die zwei Mitbewerber, die dieselbe Anfrage bekommen haben. Dieser Artikel rechnet nach, wie MyHammer, Check24 Profis und Blauarbeit nach ihren eigenen Angaben abrechnen, was ein Auftrag dann kostet und wann sich das lohnt.

Kurz beantwortet

Was kostet MyHammer für Handwerker?

Die Registrierung ist kostenlos, bezahlt wird pro Bestätigtem Kontakt. Laut Hilfeseite von MyHammer entsteht eine Kontaktgebühr, sobald der Auftraggeber seine Kontaktdaten mit Ihnen teilt. Die Höhe richtet sich nach Fachgebiet, Fläche, Menge, Saison und Material und wird Ihnen vorab als Festpreis angezeigt. Wer ausgewählt wurde, den Auftrag aber nicht bekommt, zahlt trotzdem.

Was kostet Check24 Profis?

Check24 nennt keine Anmeldegebühr und keine versteckten Kosten. Bei einzelnen Dienstleistungen fallen laut der Profi-Seite Gebühren für die Vermittlung von Kundenkontakten an. Welche Beträge für Ihr Gewerk gelten, nennt die Seite nicht, Sie sehen sie erst in der Registrierung.

Lohnt sich ein Handwerkerportal?

Das hängt von Ihrer Abschlussquote ab, nicht vom Portal. Bei Kontaktgebühren zahlen Sie für jeden Kontakt und rechnen die Kosten auf die gewonnenen Aufträge um. Bei einem Abo wie dem von Blauarbeit (laut Preisseite 99 oder 149 Euro im Monat) zählt, wie viele Aufträge pro Monat daraus entstehen. Als Ergänzung in einer Flaute kann das passen, als einziger Kanal macht es Sie abhängig.

Wem gehört der Kunde aus dem Portal?

Zunächst dem Portal: Kundenprofil, Bewertungen und Suchanfrage liegen dort. Sie bekommen Kontaktdaten für einen Auftrag. Was Sie dauerhaft selbst besitzen, sind Ihr Google-Unternehmensprofil, Ihre Website und Ihre Kundenliste.

Drei Portale, drei Kostenmodelle

Die Portale unterscheiden sich weniger im Versprechen als darin, wann Sie zahlen. Wir haben die Angaben im Oktober 2026 auf den Hilfe- und Preisseiten der Anbieter nachgelesen. Preise und Bedingungen ändern sich, rechnen Sie vor einer Anmeldung mit den Zahlen, die Ihnen das Portal selbst anzeigt.

MyHammer: Kontaktgebühr pro Bestätigtem Kontakt

Nach der Hilfeseite „Was kostet mich MyHammer?“ ist die Registrierung kostenlos und ohne Verpflichtung. Sie sehen Aufträge, melden sich beim Auftraggeber, und wenn er positiv antwortet, entsteht ein „Bestätigter Kontakt“. Erst dann bekommen Sie seine Kontaktdaten, und erst dann wird gezahlt. Neben dem Einzelkauf nennt MyHammer Laufzeitverträge mit monatlicher Grundgebühr, die ein rabattiertes Grundguthaben bringen („Sparpakete“ im Nutzerkonto).

Die Höhe der Gebühr legt das Portal fest. Laut der Seite „Wie wird die Kontaktgebühr berechnet?“ hängt sie unter anderem von Fachgebiet, Fläche, Menge, Saison und Material ab. Sie sehen den Betrag vor der Kontaktaufnahme, er ist ein Festpreis und ändert sich danach nicht mehr. Das finde ich fair: Sie wissen vorher, was es kostet.

Weniger bequem ist der Punkt, den die Hilfeseite „Ich wurde nicht für den Auftrag ausgewählt“ selbst anspricht. Die Gebühr fällt an, sobald der Auftraggeber seine Daten mit Ihnen teilt, und eine Erstattung ist „grundsätzlich nicht vorgesehen“, nur unter Bedingungen aus Kulanz. Wer den Zuschlag an einen Mitbewerber verliert, hat trotzdem bezahlt. Ein Guthaben gibt es laut der Seite zum Beispiel bei falschen Kontaktdaten, bei der falschen Art von Arbeit, bei doppeltem Kontakt zum selben Auftrag oder wenn der Auftraggeber nicht erreichbar ist. Im letzten Fall muss der Antrag zwischen 7 und 20 Tagen nach der Kontaktbestätigung eingehen, und Sie müssen den Auftraggeber binnen 48 Stunden über MyHammer kontaktiert haben.

Check24 Profis: kostenlos anmelden, Vermittlungsgebühr je nach Leistung

Auf der Seite für Anbieter schreibt Check24, es gebe keine Anmeldegebühr und keine versteckten Kosten. Auf die Frage nach den Gebühren steht dort: „Bei einzelnen Dienstleistungen fallen Gebühren für die Vermittlung von Kundenkontakten an.“ Welche Dienstleistungen das sind und was sie kosten, nennt die Seite nicht. Das erfahren Sie in der Registrierung, und dort sollten Sie es für Ihr Gewerk nachsehen, bevor Sie mit der Rechnung unten weitermachen.

Das Modell funktioniert anders als bei MyHammer. Kunden stellen eine Anfrage, vergleichen laut Check24 Profile, Bewertungen und Angebotspreise, beauftragen den Profi und bezahlen online. Auch Sie klären Details im Chat und können Kundenzahlungen über Check24 anfragen und abwickeln. Für den Betrieb heißt das vermutlich weniger Ärger beim Inkasso, dafür rückt der Preisvergleich in den Mittelpunkt. Auf der Kundenseite wirbt Check24 mit „Angebotspreise vergleichen und sparen“. Wer Ihren Betrieb dort auswählt, hat Sie neben anderen gesehen, und der Preis war sichtbar.

Blauarbeit: Mitgliedschaft statt Einzelgebühr

Blauarbeit rechnet nach einem anderen Prinzip ab. Auf der Mitgliedschaftsseite stehen im Oktober 2026 zwei Pakete: 99 Euro im Monat als Jahrespaket und 149 Euro im Monat bei monatlicher Kündbarkeit. Beide geben nach Angabe des Portals Vollzugriff auf alle Aufträge und Direktkontakt zu den Auftraggebern. Die Preisseite wirbt mit dem Argument, schon ein Auftrag pro Monat spiele die Mitgliedschaft wieder ein. Das ist eine Aussage des Portals. Ob sie für Sie stimmt, hängt vom Gewerk und vom Auftragswert ab, nicht vom Portal.

Was ein Auftrag kostet: eine Beispielrechnung

Die folgende Rechnung ist eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten. Es sind keine Zahlen der Portale, sondern Annahmen, die Sie durch Ihre ersetzen können. Die Frage dahinter gilt für jedes Modell: Wie viel geben Sie aus, bis ein Auftrag eingegangen ist?

Modell Kontaktgebühr (Beispiel). Angenommen, eine Kontaktgebühr liegt bei 25 Euro. Sie melden sich auf zehn passende Anfragen, acht Auftraggeber bestätigen den Kontakt, einer erteilt den Auftrag. Das sind 8 mal 25 Euro, also 200 Euro für diesen einen Auftrag, plus Ihre Zeit: Wenn jedes Angebot eine Stunde Telefonat, Besichtigung und Schreibarbeit braucht und Ihre Stunde mit 70 Euro angesetzt ist, kommen 560 Euro dazu. Rund 760 Euro Akquisekosten für einen Auftrag. Bei einem Auftrag über 8.000 Euro Umsatz ist das verkraftbar. Bei einem über 400 Euro nicht.

Modell Mitgliedschaft (Beispiel). Angenommen, Sie zahlen 149 Euro im Monat. Gewinnen Sie drei Aufträge im Monat, kostet jeder 50 Euro Gebühr. Gewinnen Sie keinen, haben Sie 149 Euro bezahlt und die Zeit für die Angebote auch. Die Mitgliedschaft rechnet sich bei hohem Durchsatz. In einer Flaute ist sie am teuersten, genau dann, wenn Sie Aufträge am dringendsten brauchen.

Der Unterschied zur Kontaktgebühr: Bei der Mitgliedschaft kostet jeder zusätzliche Kontakt nichts, bei der Kontaktgebühr jeder einzelne. Wer viele Anfragen abarbeitet und selten gewinnt, fährt mit einem Abo besser. Wer wenige, gut passende Anfragen auswählt, kommt mit Einzelgebühren günstiger weg.

Wichtiger als die Gebühr ist die Quote. Rechnen Sie nach, wie viele Kontakte zu einem Auftrag führen, und gehen Sie von Ihren eigenen Zahlen aus, nicht von den Erfolgsgeschichten auf den Portalseiten. Wenn Sie noch keine Zahlen haben, führen Sie drei Monate lang eine Strichliste: Kontakt, Angebot, Auftrag, Umsatz. Mehr braucht es nicht.

Was für die Portale spricht

Portale sind kein Fehler, solange Sie wissen, wofür Sie sie nutzen. Vier Gründe sprechen dafür.

Was dagegen spricht

Für Notdienste, Umzüge oder kleine Montagen funktioniert der Anfrage-Weg häufiger als für große Sanierungen, bei denen ein Kunde den Betrieb vorher prüft. Das ist unsere Einschätzung, keine Studie.

Die Alternative: gefunden werden, ohne dafür pro Kontakt zu zahlen

Wer einen Handwerker sucht, tippt oft ein Gewerk und einen Ort in Google. Dort entscheidet Ihr Google-Unternehmensprofil. Laut Google ist die Erstellung eines Unternehmensprofils und die Präsentation des Eintrags in Suche und Maps kostenlos. Es kostet Sie Pflege: aktuelle Öffnungszeiten, Fotos Ihrer Arbeit, Antworten auf Bewertungen.

Bewertungen sind der Hebel, der auch auf Portalen zählt. Wie Sie mehr bekommen und mit schlechten umgehen, steht in Mehr Google-Bewertungen bekommen und mit schlechten umgehen. Ob das Google-Profil ohne Website reicht, klärt Handwerker ohne Website: Reicht das Google-Profil?. Wer über Portale hinaus bezahlt werben will, findet Ideen in Werbung für Handwerker: Was vor Ort wirklich Aufträge bringt.

Kostenloses Material für die Außenwirkung bietet auch die Handwerkskammer: Was die Handwerkskammer Ihrem Betrieb für die Werbung kostenlos gibt.

Ein Video ist hier ein Baustein unter mehreren, und kein Ersatz für Bewertungen. Es zeigt einem Kunden, der Sie noch nie gesehen hat, in einer Minute, wer bei ihm vor der Tür steht, wie Sie arbeiten und wie Sie sprechen. Das ist genau der Teil, den ein Portalprofil mit Foto und Textfeld nicht leisten kann. Ein guter Ton ist dabei wichtiger als ein schönes Bild, denn wer einen Handwerker nicht versteht, hält ihn nicht für kompetent. Ihr Video funktioniert auf Ihrer Website, im Google-Profil und, wenn Sie es wollen, auch in Ihrem Portalprofil, und es gehört Ihnen unabhängig davon, bei wem Sie gerade zahlen.

So entscheiden Sie

Erstens: Rechnen Sie mit Ihren Zahlen, was ein Auftrag aus dem Portal kostet, Gebühr plus Zeit, und vergleichen Sie das mit der Marge. Wenn Ihr durchschnittlicher Auftrag klein ist, rechnet sich die Kontaktgebühr selten.

Zweitens: Starten Sie mit einem monatlich kündbaren Modell. Die 50 Euro Ersparnis im Jahrespaket von Blauarbeit sind nur dann eine, wenn Sie zwölf Monate lang Aufträge daraus gewinnen.

Drittens: Nutzen Sie die Portalzeit, um Bewertungen zu sammeln, aber leiten Sie Kunden danach zu Ihrem eigenen Google-Profil. Bitten Sie nach dem Auftrag um eine Google-Bewertung, nicht nur um eine auf dem Portal.

Viertens: Legen Sie fest, wie viel Ihres Neukundengeschäfts über Portale laufen darf. Ein Drittel ist eine Entscheidung, alles ist eine Abhängigkeit.

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos pro Monat für Ihre Website, Ihr Google-Profil und Ihre Social-Media-Kanäle, mit Untertiteln und in allen Formatvarianten. Schnitt und Technik sind dabei.

499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

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Quellen: MyHammer DE Support Center, „Was kostet mich MyHammer?“ (Stand 28.10.2024), „Wie wird die Kontaktgebühr berechnet?“ (Stand 04.12.2024), „Ich wurde nicht für den Auftrag ausgewählt. Warum bezahle ich also für einen Bestätigten Kontakt?“ (Stand 11.12.2024) und „Kann ich ein Guthaben für eine Kontaktgebühr beantragen?“ (Stand 10.09.2026), support.my-hammer.de; CHECK24 Profis, Seite „Als Profi einfach neue Kunden gewinnen“ (experts.profis.check24.de) und Kundenseite profis.check24.de, abgerufen am 31.10.2026; Blauarbeit, „Unsere Mitgliedschaften“ (blauarbeit.de/unsere-mitgliedschaften), abgerufen am 31.10.2026; Google, Unternehmensprofil (google.com/intl/de_de/business), abgerufen am 31.10.2026. Die Beispielrechnung beruht auf angenommenen Werten und ist keine Angabe der Portale.