Entscheidung · Oktober 2026 · Lesezeit 9 Minuten

Kundenmagazin oder Video: Was erreicht den Einkäufer im Mittelstand wirklich?

Im Januar 2022 veröffentlichten das Content Marketing Forum und das Forschungsinstitut Scion die erste repräsentative Studie zu gedruckten Kundenmagazinen im deutschsprachigen Raum. Ergebnis: 89 Prozent der Konsumenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz lesen sie. Eine Zahl, die jede Druckerei gern zitiert. Der Haken steht im Wort „Konsumenten“. Ihre Kunden sind Einkäufer, Technische Leiter und Geschäftsführer anderer Betriebe, und die Pressemitteilung zur Studie nennt für sie keine eigene Zahl. Dieser Artikel rechnet deshalb nach, was ein Kundenmagazin pro Ausgabe kostet, was eine Videoreihe dagegen kostet und was sich über Reichweite, Messbarkeit und Wiederverwendung sagen lässt.

Kurz beantwortet

Was kostet ein Kundenmagazin wirklich?

Für 16 Seiten, 1.000 Exemplare und Versand an benannte Empfänger rund 4.200 bis 9.000 Euro netto pro Ausgabe. Die Rechnung: Redaktion und Gestaltung kosten laut der Werbeagentur Beck 200 bis 500 Euro je Seite (3.200 bis 8.000 Euro), der Druck bei printnow 287,90 Euro netto, das Porto als Dialogpost der Deutschen Post 0,72 Euro je Heft (720 Euro). Vier Ausgaben im Jahr ergeben 16.800 bis 36.000 Euro, Ihre eigene Zeit für Interviews und Freigaben nicht mitgerechnet.

Was kostet im Vergleich eine Videoreihe?

Unser Paket kostet 499 Euro im Monat, also 5.988 Euro im Jahr, und enthält Technik, Schnitt, Untertitel und alle Formatvarianten. Ein Drehtag pro Quartal liefert acht bis zehn fertige Videos pro Monat, also 96 bis 120 im Jahr. Eine einzige Magazinausgabe aus der Rechnung oben kostet so viel wie 8 bis 18 Monate dieses Pakets. Das ist unser Angebot, andere Anbieter rechnen anders.

Was erreicht den Einkäufer eher, Heft oder Video?

Belegt ist für beide keine Zahl, die speziell Einkäufer betrifft. Die Studie des Content Marketing Forums nennt 89 Prozent Leser, befragt wurden aber Konsumenten. Bewegtbild sehen 89,1 Prozent der Deutschen ab 14 täglich (ARD/ZDF-Medienstudie 2025), und 74 Prozent der befragten deutschen B2B-Marketer sagen, Kurzvideos stärkten das Vertrauen in eine Marke. Das Heft landet nur dann beim Einkäufer, wenn es ihn über Poststelle und Sekretariat hinaus erreicht, das ist unsere Einschätzung.

Wie messe ich, ob es funktioniert?

Beim Video sehen Sie Aufrufe und Abspieldauer je Clip. Beim Heft messen Sie nur, was Sie einbauen: einen QR-Code mit eigener Adresse, eine eigene Rufnummer oder einen Code für Rückfragen. Die Fachpresse zum Dialogmarketing nennt genau das als Kern: ein Response-Element oder einen Feedback-Kanal. Ohne den bleibt ein Heft ein Versprechen.

Lohnt sich eine Mischform?

Für die meisten Betriebe ja. Ein Heft ein- oder zweimal im Jahr, dazu laufend kurze Videos, die auch auf der Website, im Vertrieb und bei LinkedIn arbeiten. Das Content Marketing Forum betont selbst, Print und Digital ergänzten sich, wenn sie gut abgestimmt sind. Der Heftinhalt lässt sich als Videointerview wiederverwenden, ein Video lässt sich dagegen nur schwer in ein Heft verwandeln.

Was ein Kundenmagazin kostet

Wer eine Kundenzeitung plant, bekommt meist zuerst die Druckkosten genannt, und die sind der kleinste Posten. Ein Beispiel mit festen Preisen: ein Heft im Format DIN A4, 16 Seiten, klammergeheftet, ohne Umschlag, 90 Gramm Bilderdruckpapier, vierfarbig. Bei der Online-Druckerei printnow kosten 500 Stück 217,10 Euro netto, 1.000 Stück 287,90 Euro, 2.000 Stück 429,51 Euro und 5.000 Stück 861,22 Euro. Pro Heft sind das bei 1.000 Stück knapp 29 Cent.

Für den Versand an namentlich bekannte Empfänger bietet die Deutsche Post die Dialogpost an. Ein A4-Heft fällt in das Format „Groß“. Rechnerisch wiegt unser Beispielheft knapp 45 Gramm (acht A4-Blätter zu 90 g/m²), liegt also in der Stufe bis 50 Gramm, und die kostet 0,54 Euro netto je Sendung (Preisliste 2026). Bundesweit liegt die Mindestmenge bei 5.000 Sendungen. Darunter gibt es Dialogpost Easy ab 500 Sendungen, mit einem Zuschlag von 0,18 Euro je Sendung. Bei 1.000 Heften sind das 0,72 Euro je Heft, zusammen 720 Euro. Zuschläge für nicht maschinenlesbare Sendungen und ein Saisonzuschlag von 0,01 Euro im September bis Dezember kommen gegebenenfalls dazu. Zum 1. Januar 2027 steigt die Stufe bis 50 Gramm um 2 Cent auf 0,56 Euro.

Teuer wird es bei der Redaktion. Die Werbeagentur Beck aus Esslingen, die Kunden- und Mitarbeitermagazine produziert, nennt auf ihrer Website Kosten von 200 bis 500 Euro pro Seite, zuzüglich Druck und Versand. Das ist die Angabe einer Agentur, kein Marktdurchschnitt, aber sie ist eine der wenigen, die überhaupt eine Zahl nennt. Für 16 Seiten sind das 3.200 bis 8.000 Euro.

Zusammen ergibt das für eine Ausgabe mit 1.000 Exemplaren:

Der Druck macht damit nur 3 bis 7 Prozent der Kosten aus, das Porto 8 bis 17 Prozent. Der Rest ist Redaktion. Erscheint das Heft viermal im Jahr, sind es 16.800 bis 36.000 Euro, bei zwei Ausgaben 8.400 bis 18.000 Euro. Nicht enthalten ist Ihre eigene Zeit für Interviews und Freigaben. Wer Texte und Layout selbst übernimmt, spart die Agenturkosten und zahlt mit Wochenenden. Die Agentur Beck erwähnt außerdem, dass sich ein Magazin teilweise über Anzeigen finanzieren lässt. Das funktioniert nur, wenn Ihre Leser für andere Betriebe interessant genug sind, und bei 1.000 Exemplaren ist das selten der Fall.

Was eine Videoreihe kostet, und warum der Vergleich hinkt

Unser Angebot ist ein Komplettpreis: 499 Euro im Monat, 5.988 Euro im Jahr, mit Technik, Schnitt, Untertiteln und allen Formatvarianten, auch Ton. Einmal pro Quartal kommen wir für einen Drehtag in Ihren Betrieb, daraus entstehen acht bis zehn fertige Videos pro Monat. Bei vier Drehtagen im Jahr sind das 96 bis 120 Videos, also rund 50 bis 62 Euro je Video.

Fair ist dieser Vergleich nur mit Einschränkung. Tagessätze anderer Anbieter sind meist reine Gage ohne Technik, Schnitt und Untertitel, wie auf unserer Seite zum Imagefilm aufgeschlüsselt. Und ein Video ist keine Ausgabe: Ein Heft landet einmal im Briefkasten, ein Video lässt sich Monate später noch einem neuen Ansprechpartner schicken. Auf der anderen Seite braucht ein Drehtag Zeit im Betrieb, und ein Video, das niemand anklickt, erfüllt nicht mehr als ein Heft im Altpapier. Die Rechnung zeigt trotzdem etwas Nüchternes: Eine einzige Magazinausgabe kostet so viel wie 8 bis 18 Monate unseres Pakets.

Reichweite: Wen erreicht was?

Das Heft hat einen Vorteil, den man nicht kleinreden sollte: Sie bestimmen die Empfänger. 1.000 Hefte sind 1.000 Adressen. Kein Algorithmus entscheidet, ob Ihre Kunden etwas sehen. Die CMF-Studie belegt außerdem, dass Kundenmagazine gelesen werden: 89 Prozent der Konsumenten, mit etwas höheren Werten bei 30- bis 39-Jährigen und bei Personen mit hoher Bildung. Aber: Das sind Konsumenten, und es sagt nichts darüber, ob das Heft vom Einkäufer im Mittelstand geöffnet wird. Post an einen Betrieb läuft häufig über eine Poststelle oder ein Sekretariat. Das ist unsere Einschätzung, keine Messung.

Beim Video ist die Lage umgekehrt. Sie wissen nicht, wer es sieht, aber die Gewohnheiten sind eindeutig: Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 sehen 89,1 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren täglich Bewegtbild, Text erreicht 53,9 Prozent. Für das B2B-Umfeld gibt es eine Umfrage von LinkedIn und Censuswide unter 500 deutschen B2B-Marketern aus dem Juli 2025: 74 Prozent sagen, kurze Videos stärkten das Vertrauen in eine Marke, 73 Prozent halten sie für den besten Weg zu Entscheidungsträgern. Das ist die Selbstauskunft von Marketern, nicht das Verhalten von Einkäufern, und die Umfrage stammt von einer Plattform, die Videoanzeigen verkauft. Wie Sie solche Videos auf LinkedIn im Mittelstand einsetzen, steht in LinkedIn-Videos im B2B-Mittelstand.

Keine dieser Zahlen belegt, was Ihr Einkäufer tut. Sie zeigen nur, wo die Chance größer ist, dass er etwas wahrnimmt: bei dem, was ihm ohnehin vor die Augen kommt. Das Video muss aber irgendwo hin: auf Ihre Website, in die Angebotsmail, in den Newsletter. Ein Video ohne Verteiler hat keine Reichweite, nur eine Adresse.

Messbarkeit: Was Sie hinterher wissen

Ein Video liefert Zahlen, ohne dass Sie etwas dafür tun: Aufrufe, Abspieldauer, wo die Zuschauer aussteigen. Das ist kein Beweis für Aufträge, aber es zeigt, welches Thema trägt. Beim Heft müssen Sie die Messung einbauen. Der Branchendienst Druckmarkt schreibt in einer Artikelserie zum Dialogmarketing (Oktober 2026), Dialogmarketing nutze Kanäle mit messbarer Interaktion und biete ein Response-Element oder einen Feedback-Kanal. Für ein Kundenmagazin heißt das konkret: ein QR-Code zu einer eigenen Adresse, die es sonst nirgends gibt, eine Rufnummer nur für das Heft, ein Rückantwortcode für das Muster. Wer das weglässt, erfährt nie, ob eines der 1.000 Hefte gelesen wurde.

Auch für den Newsletter gilt dieses Prinzip. Wie viel Aufwand er macht und welche Werte realistisch sind, steht in Newsletter für Betriebe: Lohnt sich das?. Ein Videolink im Newsletter kann man messen, ein Artikel im Heft nicht.

Wiederverwendung: Was bleibt nach der Ausgabe?

Ein Kundenmagazin hat eine Halbwertszeit. Der Artikel über die neue Maschine ist gedruckt und fertig, danach liegt er im Regal. Retten lässt sich ein Teil: Die Texte können als Beiträge auf die Website, das Heft als PDF zum Download. Ob es jemand liest, ist eine andere Frage.

Videos aus einem Drehtag lassen sich dagegen zerlegen und mehrfach einsetzen. Dasselbe Interview mit Ihrem Meister liefert einen kurzen Clip für die Angebotsmail, einen für LinkedIn, einen für die Produktseite und eine Langversion für die Messe. Wie sich Druck und Film auf mehrere Jahre rechnen, steht in Imagebroschüre oder Imagefilm. Die Logik gilt für ein Heft genauso wie für eine Broschüre.

Mischformen: Was für die meisten passt

Das Content Marketing Forum, das die Studie zu Kundenmagazinen mit herausgegeben hat, betont in seiner Mitteilung selbst, dass sich Print und Digital ergänzen, wenn sie gut abgestimmt sind. Ein Branchenverband für Magazinmacher ist kein neutraler Zeuge. Aber die Idee trägt auch rechnerisch:

Ein reines Entweder-oder ist selten die richtige Frage. Die richtige lautet: Was braucht der Empfänger gerade, und was kostet es, ihn zu erreichen?

Entscheidungshilfe: Wann Heft, wann Video

Aus den Zahlen ergibt sich diese Faustregel. Sie ist eine Einschätzung, keine Studie:

Das Heft passt, wenn Sie eine überschaubare Liste bekannter Bestandskunden pflegen, Ihr Sortiment erklärungsbedürftig ist, Sie intern jemanden haben, der gern schreibt, und wenn der Einkäufer ohnehin physische Kataloge nutzt. Ein Beispiel dafür ist der Werkzeughersteller Horn, dessen Magazin „Horn World of Tools“ die Agentur Beck als Vorbild nennt, mit klar definierter Zielgruppe.

Das Video passt, wenn Sie neue Kunden gewinnen wollen, die Sie noch nicht kennen, wenn Menschen sehen sollen, wer hinter dem Betrieb steht, und wenn Sie das Ergebnis zählen wollen. Es passt auch, wenn Sie die Inhalte mehrfach brauchen, für Website, Messe, Recruiting und Vertrieb zugleich. Wie ein Imagefilm in diese Reihe passt, steht auf unserer Seite zum Imagefilm.

Weder noch, wenn Sie niemanden haben, der liefert. Ein Heft, das nach der zweiten Ausgabe eingeht, kostet Vertrauen. Ein Video, das niemand einsetzt, kostet nur Geld. Klären Sie vorher, wer die Inhalte freigibt und wer sie verschickt.

Rechnen Sie das Heft in Euro pro Empfänger und Jahr, das Video in Euro pro Clip, und fragen Sie bei beiden, wie Sie nachher wissen, was passiert ist. Wer darauf keine Antwort hat, braucht erst ein Konzept.

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos, mit Untertiteln und in allen Formatvarianten. Schnitt und Technik sind dabei.

499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

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Quellen: Content Marketing Forum und Scion, Studie „Kundenmagazine – Experiences & Effects“, Pressemitteilung vom 18.01.2022, abgerufen über f-mp.de (89 Prozent Leser, Konsumenten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz); Werbeagentur Beck, „Kundenmagazine, Mitarbeiterzeitungen“, Abschnitt Kosten, 200 bis 500 Euro pro Seite zuzüglich Druck und Versand (werbeagentur-beck.de, abgerufen am 30.10.2026); printnow, „Broschüre klammergeheftet, DIN-A4, kein Umschlag, 16 Seiten Inhalt“, 90 g/m² Bilderdruck matt, 4/4-farbig, Nettopreise (printnow.de, abgerufen am 30.10.2026); Deutsche Post, Dialogpost, Preise, Formate und Mindestmengen 2026 sowie Preisanpassung zum 01.01.2027 (deutschepost.de/print-mailing, abgerufen am 30.10.2026); ARD/ZDF-Medienstudie 2025 (Tagesreichweite Bewegtbild 89,1 Prozent, Text 53,9 Prozent), berichtet in MEEDIA; LinkedIn / Censuswide, B2B-Marketer-Umfrage, 500 Befragte in Deutschland, Feldzeit Juli 2025, veröffentlicht via absatzwirtschaft.de; Druckmarkt 164 bis 165, Oktober 2026, Artikelserie „Dialogmarketing und Mailing“ (we-love-print.org). Alle Preise sind Anbieterangaben, netto, Stand Oktober 2026, und können abweichen. Rechenbeispiele sind eigene Beispielrechnungen mit angenommenen Werten (16 Seiten, 1.000 Exemplare, Heftgewicht rechnerisch aus Papiergewicht und Format). Einschätzungen sind als solche gekennzeichnet.